Zum Werk
Werner Nöfer leistet hier einen wichtigen Beitrag. Nöfer führt vor, dass der Mensch heute Landschaft nicht mehr direkt erlebt, dass er sie nur noch durch die Vermittlung der modernen Technik wahrnehmen kann. Bei Nöfer erscheint das Landschaftsbild im Rahmen eines technischen Gerätes, in dem Okular eines Fernglases, oder durch die Scheibe eines nicht mehr identifizierbaren optischen Gerätes. Aber während bei d’Arcangelo in diesen Ausblicken auch wieder eine “technische Landschaft”, etwa eine Straße er scheint, blickt der Betrachter durch Nöfers Geräte auf Wiesen und die typischen Merkmale des norddeutschen Flachlandes. In der Komposition und der Farbabstimmung sind diese Blätter äußerst ausgewogen, dazu exzellent gedruckt. (Hans Peter Riese, Hessischer Rundfunk 25.03.1970).Die Farbradierung "die Schule von B." behandelt auch das Thema Landschaft, jedoch hier unter dem Aspekt der Landschaftsdarstellung in der bildenden Kunst. Dargestellt sind die künstlerischen Endprodukte eines oder mehrerer Malschüler, die sich um die naturgetreue Wiedergabe eines Hügels bemühten. Wie Wirklichkeit aus zweiter Hand liegen diese Bilder nun auf dem Hügel. Sie wirken alle sehr ähnlich und unterscheiden sich eigentlich nur durch die unterschiedlich gefärbten Rahmungen. Eine Staffelei, die am unteren Bildrand zu erkennen ist, weist noch die Farbspuren auf, die auf dem Rahmen zu erkennen sind. Dabei handelt es sich um die Grundfarben Rot, Blau und Gelb. Man gewinnt den Eindruck, als seien nur die Bilderrahmen künstlerisch behandelt worden. Nicht ohne Ironie hat Werner Nöfer einen Landschaftsausschnitt gewählt, der keinerlei Anreize bietet und deshalb den Künstler auch nicht zu einer individuellen, bildnerischen Interpretation des Geschehens verhelfen kann.