Zum Werk
Dargestellt ist eine nächtliche Szene. Der Himmel ist schwarzblau, zum Horizont hin geht er in ein zartes Blau über, das sich mehr und mehr zu einem Weiß aufhellt, so, als gehe die Sonne bald auf. Die öde, trostlose Landschaft wird belebt durch eine Baumgruppe, bestehend aus verdorrten Stämmen, aus denen Blätterbüschel hervorwachsen. Sie haben eine herbstlich rote Färbung. Auch die Farnpflanzen am Fuße der Baumgruppe werden mit bräunlich roten Tönen wiedergegeben. Plötzlich beginnt die Landschaft zu leben. Aus einem Baum wird unversehens ein grässliches, übergroßes Insekt mit langen gezackten Greifarmen, die es aggressiv ausstreckt. Die äugen des Tieres leuchten hell; zwei lange Fühler treten aus dem Kopf hervor. Vielleicht wollte der Künstler mit dieser Radierung ein typisches Merkmal menschlicher Einbildungskraft vorführen. Nicht selten neigt man dazu, vor allen Dingen nachts, wenn die Sehkraft nachlässt, in bestimmte Formen und Umrisse bedrohende Wesen hineinzudeuten.